Rakete Freiburg

Prolog

Die Geschichte von Rakete Freiburg - hautnah geschildert

Wenn ich heute auf über 15 Jahre Rakete Freiburg zurückblicke, bin ich sehr beeindruckt (sogar auf eine Weise überrascht) über die unglaubliche Entwicklung, die Rakete genommen hat. Das war so nicht vorgeplant - ist auch gar nicht möglich. Es hätte auch ganz anders kommen können. Soziale Gruppen haben eine Eigendynamik, da bist Du schnell machtlos. Zum Glück hat die Eigendynamik uns meist in eine gute Richtung geführt.

Was hat nun dazu beigetragen, dass es Rakete nach über 15 Jahren immer noch gibt und wir alle immer noch viel Spass haben? Hauptmotivation ist natürlich, dass wir alle fußballverrückt sind (so viele Fußballverrückte auf einem Haufen, dass hätte ich mir früher nicht träumen lassen). Hitze, Kälte, Blitz und Donner, Platzregen, Schnee und Eis, Verletzungen und Dunkelheit - fast nichts kann uns davon abhalten, auf dem Platz zu stehen, der die Welt bedeuten kann. Eine Woche Fußball-Pause kommt uns vor wie eine Ewigkeit.

Jedoch man kann noch so fußballverrückt sein, wirklich Spass macht Fußball auf Dauer nur mit den richtigen Leuten. Und genau das ist der Faktor bei Rakete: Man freut sich bei uns nicht nur aufs Kicken, sondern auch auf seine Mitspieler. Darüber hinaus ist noch von Bedeutung, dass sich Rakete Freiburg abseits von Kommerzsport, Profitorientierung und ungesundem Leistungsdruck bewegt. Nur aus diesen Gründen konnte Rakete für uns ein Teil der Freizeit werden, den wir nicht mehr missen möchten.

Rakete Freiburg hat heute über 60 Spieler in zwei Abteilungen. Wir trainieren bis zu zweimal in der Woche das ganze Jahr auf tollen Plätzen. Wir richten zwei in Südbaden einzigartige Hobbyfußballturniere aus. Nehmen an zahlreichen Hobbyfußballturniere und inzwischen auch an der Bunten-Liga Freiburg teil. Und vieles mehr. Was 1996 als loser Haufen begonnen hat, ist zu einer tollen Gemeinschaft geworden, in der viele gemeinsame Aktivitäten rund um den Fußball und darüber hinaus stattfinden und ein soziales Umfeld und Freundschaften entstanden sind.

Diese Entwicklung war jedoch nicht gradlinig, sondern es war ein Auf und Ab. Es zeigte sich im Verlauf, dass gewisse Strukturen und Regeln notwendig sind, wenn eine Gruppe über längere Zeit als z.B. ein Jahr "überleben" will. Und von selber vollzieht sich eine solche Entwicklung natürlich nicht. Grosser Einsatz neben dem Platz ist dazu erforderderlich. Und es ist auf Dauer nicht das Werk einiger weniger Leute.

Viele Spieler waren im Laufe der Zeit daran beteiligt Rakete Freiburg aufzubauen. Deswegen möchte ich im weiteren Verlauf auch keine Namen hervorheben und jetzt nur die Namen der Gründer nennen. Neben mir waren an der Gründung von Rakete Freiburg Axel Hofe, Constantin Knall, David Spisla, Jens Zimmermann, Markus Walz und Thomas Spisla beteiligt. Wir waren lange Zeit der harte Kern. Jedoch alleine hätten wir es nicht geschafft. Heute sind so viele weitere sehr engagierte Spieler bei Rakete, wie noch nie. Sie führen fort, was wir 1996 ganz klein gestartet hatten.

Rückblickend kann man verschiedene Epochen erkennen, durch die Rakete gegangen ist. Entlang dieser Zeitabschnitte werde ich nun die Geschichte von Rakete Freiburg erzählen. Viel Spass beim Lesen.

Arif

1996 bis 1998

Raketenstart...

Wie fing eigentlich alles an mit Rakete Freiburg? Die Initialzündung für Rakete fand irgendwann im Jahre 1992 statt. Zu dieser Zeit begann ich mit Kommilitonen auf einem Bolzplatz neben dem Studentenwohnheim in Furtwangen im tiefen Schwarzwald regelmäßig zu Kicken. Als Tore dienten halbe Eishockeytore. Ganz im Gegensatz zu früher machte es mir einen Heidenspaß, Fußball zu spielen und ich dachte mir damals: "Es müssen sich nur die richtigen Leute treffen!" Dies sollte später der Leitsatz für Rakete Freiburg schlechthin werden.

1994 war ich nach Studienende wieder in Freiburg. Aber mit dem Fußballspielen war es nicht zu Ende. Einer meiner ehemaligen Studienkollegen führte mich zum Flückigersee. Dort findet im Sommer immer ein buntes Fußballtreiben statt, bei dem Studenten, Schüler, Arbeitslose, Angestellte etc. mitmischen. So ging es dann bis 1996 weiter. Inzwischen hatte sich ein lockerer Kern von Leuten gebildet, die sich im Sommer wöchentlich am besagten See zum Bolzen trafen.

Im Herbst 1996 wurde ich gefragt, ob ich mit meinen Fußball-Kumpels an einem Grümpelturnier im Glottertal teilnehmen würde. Ich fand, dass es eine lustige Sache wäre und sagte spontan zu ohne in diesem Moment zu ahnen, dass ich damit den Startschuss gab für eine Fußballmannschaft, die sich in den folgenden Jahre noch zu einem echten Dream-Team entwickeln sollte. Die Teilnahme an diesem Turnier sollte eine reine Gaudi werden. Trotzdem musste ein Name für unsere Mannschaft und T-Shirts mit einem Logo her. Mir gingen markige Namen gewisser bekannter Vereine wie "Lokomotive Leipzig", "Dynamo Dresden" oder "Turbine Potsdam" durch den Kopf. An diese Namen wollte ich mich orientieren. "Freiburg" sollte natürlich auf jeden Fall im Namen vorkommen. Nun musste nur noch ein Vehikel her. Da mich als alten Pyromanen schon immer Raketen begeistert haben, war der Name "Rakete Freiburg" bald klar. Damals spielte auch noch mein alter Freund Axel Hofe mit (er ist heute Unternehmer und sponsert Rakete Freiburg). Als Grafiker erstellte Axel das Logo, welches wir heute noch tragen.

Und so machten wir uns dann auf den Weg gen Glottertal. Ein wilder Haufen - einige Leute hatte ich vorher noch nie gesehen. Spieltaktik? Kondition? Aufstellung? Das waren damals noch keine Themen, keiner hatte eine Ahnung. Voller Freude stürzten wir uns in die Niederlagen (0:2, 0:1, 0:2, 0:2, 0:3, 0:0!, 0:2 usw.). So möchte heute natürlich keiner von uns mehr spielen. Aber damals war es voll in Ordnung, es war ja noch der Anfang und es hat uns allen einen Riesenspaß gemacht. Aus diesen wilden 96er bin ich heute der einzige, der noch dabei ist.

Für mich war nach diesem Turnier klar: Das möchte ich die nächsten Jahre weiter machen. Das Duell mit anderen Fußball-Teams ist eine irre Sache. Ich wollte diese Duelle jedoch mit einem Team erleben, das menschlich ok ist, mit dem ich mich identifizieren kann und das keine Eintagsfliege ist - also keine Söldnertruppe!

Ein solches Team entsteht aber nicht von heute auf morgen. Die Anfangsjahre waren schwer, wir mussten teilweise ganz schön beißen. Aber ich war immer überzeugt davon, dass es zu schaffen ist. Besonderes Improvisationsvermögen erforderte es in den ersten Jahren immer genügend Spieler für Turniere zusammmen zubekommen. Wir traten oft als wild zusammengeschusterte Truppe an. Viele Leute sind gekommen und wieder gegangen: Selbstdarsteller, Egoisten, Zecken, Choleriker, Sprücheklopfer, Sportmuffel und Unzuverlässige. Aber mit jedem Jahr kamen auch ein paar Leute mehr dazu, die etwas aufbauen wollten, mit denen man etwas reißen konnte. Und so entwickelte sich das ganze dann erst langsam, dann immer schneller - es kam eine positive Eigendynamik auf.

1997 lernte ich Jens Zimmermann kennen und bald seinen Freund Constantin "Consti" Knall. Jens hatte damals sein eigenes Team und wollte uns zu einem Freundschaftsspiel auffordern. Er lud mich ein, mal bei seinem Team mitzutrainieren. Ich kann mich noch gut an dieses Training erinnern: Ein Haufen von Jugendlichen und ich als Oldie mittendrin. Ein wenig albern kam ich mir schon vor. Ich sagte mir aber, mit meinen ehemaligen Kommilitonen, die sich nun ganz dem Häuslebauen verschrieben hatten, baust Du kein Fußball-Team auf - junge, begeisterungsfähige Leute sind gefragt. Zu dem Freundschaftsspiel kam es nie, sondern Jens brachte Consti und andere aus seinem Team zu Rakete Freiburg. Mit Jens und Consti ergab sich der erste Teil von Rakete Freiburg, der lange Bestand haben sollte. In diesem Jahr verlagerten wir unseren Trainingsplatz vom Flückigersee an den Moosweiher in Landwasser - das sollte einer unserer Stammtrainingsplätze bis heute bleiben. Damals benutzten wir noch Taschen und Rücksäcke als Torpfosten. 1997 nahmen wir an zwei Turnieren teil und waren schon erfolgreicher als noch im Vorjahr. Man erkannte jetzt schon so etwas, wie ein Team. Wir entwickelten uns so langsam. Aber es lief immer noch vieles chaotisch, die meisten Spieler waren sehr jung, oft ohne viel Fußballerfahrung. Mir war klar, ein paar alte Hasen müssen her.

Einen großen Entwicklungssprung machte Rakete im Jahr 1998. In diesem Jahr vervollständigte und stabilisierte sich das Team deutlich. Wir legten uns dieses Jahr sogar richtige Trikots zu - wobei die Trikots mehr wie Schlafanzüge aussahen. Sehr gut tat dem Team, dass ein paar ältere und erfahrenere Spieler dazu kamen. Auf der Suche nach Spielern erinnerte ich mich an einen Spieler, der mir am Flückigersee aufgefallen war. Ich lud ihn zum Training ein und er brachte noch jemanden mit, der eine der entscheidenden Rollen für die weitere positive Entwicklung von Rakete Freiburg spielen sollte: Markus Walz. Dann stiessen noch die Spisla-Brüder David und Thomas zu uns. Damit war die Gründertruppe vollständig. Wir waren jetzt schon richtig gut besetzt. Dies zeigte sich bald in einem besseren Abschneiden bei den sechs Turnieren, an denen wir teilnahmen - aber trotzdem überstanden wir noch keine Vorrunde. Wir nahmen in diesem Jahr auch das erste Mal an einem Hallenturnier teil und kamen dabei ganz böse unter die Räder; eine Niederlage lag bei 0:13! Die meisten Spieler, welche in dieser Epoche dazu kamen, sind heute nicht mehr dabei.

Arif

1999 bis 2001

Goldene Generation I...

Im Jahr 1999 ging es dann richtig ab mit Rakete Freiburg. Wir fanden mit der Seeklause (heute "Da Persio am See") in Landwasser unseren ersten Sponsor, über den wir uns gleich mal mit super Trikots ausstatteten. Die Rücksäcke und Taschen wurden durch richtige Fußballtore ersetzt, wir gingen mit einer eigenen Website als eines der ersten Hobbyfußball-Teams in Deutschland ins Internet und vieles mehr.

Vom ganzen Team ging inzwischen ein tolles Engagement aus, die Dinge voran zu treiben - ich war nicht mehr auf mich allein gestellt, die Anfangshürden waren überwunden. Hurra!!!. In der Organisation führten wir eine für die Mannschaft nützliche Struktur, den Mannschaftsrat ein. Es kamen weitere Spielernaturen dazu, die unser Mannschaftsgefüge vervollständigten.

Bisher hatten wir sportlich unseren Spaß nun wollten wir dazu noch den Erfolg denn ohne Erfolg macht es auf Dauer keinen Spaß. Unser Ziel war es, endlich mal eine Vorrunde zu überstehen. Dazu fingen wir an, strukturierter zu trainieren und bei Turnieren mit Aufstellung und Taktik zu arbeiten. Wir nahmen an 12 Turnieren teil. Wir erlebten einige Abstürze arbeiteten aber ruhig weiter ohne gegenseitiges anschreien usw. wie man es oft bei anderen Teams sieht. Und so schafften wir es dann tatsächlich Vorrunden zu meistern. Mehr noch: Wir gewannen fast noch unser Stammturnier im Glottertal.

Wir waren mächtig stolz auf uns und blickten euphorisch ins nächste Jahr. Im Herbst machten wir unser erstes richtiges Mannschaftsessen zum Saisonabschluss und im Winter trainierten wir das erste Mal in der Halle im Trockenen.

Die Saison 2000 war eine Fortsetzung des letzten Jahres und verlief sportlich so erfolgreich wie noch nie. Weitere Spieler kamen ins Team. Und es wurde weiter strukturiert trainiert. Mit viel Konzentration und Spaß haben wir dann fast 70% unserer Spiele gewinnen können und hatten ein Hammer-Torverhältnis von 150 zu 46 Toren. In Nimburg gewannen wir dann unser erstes Turnier. Die Freude darüber kannte keine Grenzen. Als weiteres Turnier gewannen wir unser Stammturnier im Glottertal.

Die Turnierbilanz reichte bei 12 Turnierteilnahmen immerhin zu zwei ersten Plätzen und einer Reihe von Medallienplätzen. Es war sportlich bis dahin unser erfolgreichstes Jahr aller Zeiten.

Neben den Turnieren machten wir dieses Jahr zum ersten Mal auch ein paar Freundschaftsspiele. Auch außerhalb des Rasens ging einiges ab. Um nur zwei Höepunkte zu nennen: Wir führten sehr erfolgreich ein Tippspiel zur EM 2000 durch und gewannen dabei zahlreiche weitere Sponsoren. Außerdem machten wir im Frühjahr ein sehr spaßiges Trainingslager. Unsere Rahmenbedingungen verbesserten sich weiter. Inzwischen trainierten wir im Winter fest in der Sporthalle und im Sommer teilweise zweimal in der Woche.

2001 waren wir sportlich abermals überragend erfolgreich mit drei Turniersiegen und Siegen in allen Freundschaftsspielen. Um unsere Position zu stärken, fingen wir damit an, die Vereinsgründung vorzubereiten. Anfang des Jahres erfolgte die offizielle Vereinsgründung. Im Herbst veranstalteten wir zusammen mit unseren Freunden vom SC Freibad unser erstes eigenes Rasenturnier, welches wir auch prompt gewannen.

Arif

2002 bis 2003

Absturz...

Wenn gleich diese Epoche anfangs sportlich noch sehr erfolgreich verlief und wir ein erfolgreiches Tippspiel zur WM 2002 durchführten, wir wieder an zahlreichen Turnieren und Freundschaftsspielen sehr erfolgreich teilnahmen, 2002 zum 3. Mal in Folge unser Stammturnier im Glottertal gewannen und den Wanderpokal mit nach Hause nehmen durften (allerdings luden uns die lieben Glottertäller seitdem nicht mehr zu ihrem Turnier ein ;-) sowie 2003 unser erstes eigenes Hallenturnier durchführten, so zeigten sich erste Anzeichen einer ernsten Krise. Leider nahmen wir diese Anzeichen damals nicht sofort wahr.

Eine Reihe von Spielern, darunter auch Leistungsträger, verliess uns. Wir mussten uns zunehmend mit Hilfskräften behelfen. Schleichend kam eine Söldneratmosphäre auf. Durch den Spielermangel machte das Training immer weniger Spass. Eine Kettenreaktion setzte infolgedessen ein und immer mehr Spieler verliessen uns. Neue zuverlässige Spieler zu finden war vor diesem Hintergrund schwer. Wir wurden zunehmend von Söldnertypen durchsetzt. Dazu kamen Spannungen im Kern-Team.

Der grosse Knall erfolgte im Spätsommer 2003 als unsere jährliche Grillfeier platzte: Am Tag der Grillfeier erschienen nur David, Thomas und ich. David und Thomas hatten völlig umsonst die ganze Grillfeier organisiert. Der Frust war gigantisch. Damit hatte sich offenbart, dass den meisten Spielern Rakete inzwischen ziemlich egal war. Menschlich wurde keine Rücksicht mehr genommen. Das war das Ende der Goldenen Generation I bei Rakete. Wir waren auf dem Niveau einer Söldner-Truppe angekommen. Eigentlich keine Grundlage mehr, auf der eine Gruppe bestehen kann. Ich spielte in dieser Zeit mit dem Gedanken, den Laden dicht zu machen. Für mich machte es keinen Sinn mehr, da noch Energie reinzustecken.

Wie hatte es soweit kommen können? Die Antwort war einfacher als gedacht: Wir haben es versäumt, rechtzeitig und mit harter Hand zu agieren, obwohl die Entwicklung eigentlich absehbar war. Nur leider waren wir von den sportlichen Erfolgen und der guten Entwicklung unserer Mannschaft aus den vergangenen Jahren geblendet und haben uns auf unseren Lorbeeren ausgeruht. Eine Mannschaft als soziale Gruppe ist jedoch fortlaufend in Bewegung, da darf man sich nicht ausruhen.

Trotzdem hatten wir viel erreicht und aufgebaut die letzten Jahre und es wäre deshalb sehr schade gewesen, die Rakete jetzt kampflos abstürzen zu lassen. Und so beschlossen David und ich den Kampf aufzunehmen. Wir führten als eine der ersten Massnahmen ein, dass jeder, der bei Rakete mitspielen wollte, ab sofort zuerst fest Mitglied werden musste verbunden mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag. Dann trieben wir die Vereinsgründung vorran. Und wir suchten auf Biegen und Brechen neue Spieler. Denn eines hatten wir gelernt: Nie wieder zu wenig Spieler!

Arif

2004 bis 2005

Neustart...

Diese Epoche war vom totalen Umbau von Rakete geprägt. Für uns war klar, wenn wir hier etwas aufbauen wollten, dass lange Bestand haben und von allen Spielern mitgetragen werden sollte, braucht es starke Strukturen und Regeln. Ein Super-GAU wie 2003 soll uns nicht mehr passieren. Sportlicher Erfolg und Turnierteilnahmen waren erstmal nicht mehr wichtig, sondern es ging darum, die Fundamente wieder aufzubauen: Regelmässig mit genügend Spielern trainieren. Wir wussten inzwischen, dass das alles andere als selbstverständlich ist.

An erster Stelle stand also die Suche nach neuen Spielern. So viele Spieler Kommen und Gehen habe ich noch nie gesehen. Teilweise kam ich mir vor wie im Taubenschlag. Ich erinnere mich noch gut daran als wir in der Halle eines Tages fast 30 Spieler waren und ich fast die Hälfte noch nie vorher gesehen hatte. Es war eine sehr kritische Phase. Neben der Spielersuche schlossen wir die Vereinsgründung ab: Rakete war jetzt anerkannter und gemeinnütziger Sportverein. Und wir schafften es nach langer harter Kernerarbeit endlich einen guten Rasenplatz klarzumachen.

Im Laufe von 2005 stabilisiert sich die Lage deutlich. Wir schaffen es zweimal in der Woche mit genügend Spielern zu trainieren. Wir beginnen sogar wieder richtige Traingsübungen zu machen. Es findet eine Grillfeier statt - die erste seit 2002. Viele neue engagierte und zuverlässige Spieler kommen an Bord. Wir knacken zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte deutlich die Zahl von 20 Spielern. Wir modernisieren grundlegend unsere Web-Seite. Als dann auch noch nach Jahren wieder ein Weihnachtsessen stattfindet, können wir endlich sagen, wir haben es geschafft: Rakete ist gerettet!!! Gespannt blicken wir unserem Jubiläumsjahr entgegen.

Arif

2006 bis heute

Goldene Generation II...

2006 feiern wir ausgebig unser 10 jähriges Bestehen. Wir starten die Feiern mit dem grössten eigenen Hallenturnier aller Zeiten, dem 1. Raketen-Cup mit 12 Mannschaften. Hier holen wir dann unseren ersten Turniersieg seit 2002. Es folgen eine Riesengrillfeier, ein Rasenturnier, unser grösstes Tippspiel aller Zeiten zur WM 2006 und vieles mehr. Wir haben zum ersten Mal über 30 Mitglieder. 2006/2007 fangen wir an auch im Winter draussen auf einem Hartplatz zu trainieren. Seit 2006 führen wir jedes Jahr zwei eigene Turniere durch: Den Raketen-Cup als Hallenturnier im Winter und den Mittsommer-Cup als Rasenturnier im Sommer.

Es folgen die wichtigsten Meilensteine aus den Jahren 2007 bis 2011...

2007 werden die Trikots der Goldenen Generation I durch neue tolle Trikots abgelöst.

2008 führen wir zur EM 2008 unser bisher grösstes Tippspiel durch. Zum ersten Mal bestreiten wir ein Freundschaftsspiel im Ausland beim FC Post Basel 1932 in Arlesheim/Schweiz. In diesem Jahr kehrt Markus Walz zu Rakete zurück und gründet unsere erste Abteilung: Die Ü30-Abteilung. Einige der Spieler aus der Goldenen Generation I spielen nun bei unseren Ü30 mit. Durch den Aufbau unserer Ü30-Abteilung hat Rakete 2008 bald über 50 Mitglieder, soviele wie noch nie zuvor. Um Rakete Freiburg zukunftssicher zu machen, bauen wir Rakete im Herbst organisatorisch massiv um. Als wichtigsten Schritt gründen wir mit den bisherigen Spielern eine 1. Mannschaft als weitere Abteilung neben der Ü30.

2009 steigt Rakete in die Bunte-Liga Freiburg ein und das recht erfolgreich. Mit dem 2. Mittsommer-Cup und 18 teilnehmenden Teams veranstalten wir unser bisher allergrösstes Turnier.

2010 gewinnt Rakete in der Bunten-Liga Freiburg den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Wir führen ein Tippspiel zur WM durch mit so vielen Preisen wie noch nie. Mit dem 3. Mittsommer-Cup und 20 teilnehmenden Teams übertreffen wir den Mittsommer-Cup des vergangenen Jahres. Die Mitgliederzahl übersteigt die Zahl von 60.

2011 feiern wir mit einer grossen Grillfeier das unglaubliche 15 jährige Jubiläum von Rakete. Und wir steigen zur Krönung unseres Jubiläums in die höchste Spielklasse der Bunten-Liga Freiburg auf. Das ist unser bisher grösste sportliche Erfolg.

In der Epoche 2006 bis heute ist Rakete kometenhaft durchgestartet: Menschlich, sportlich und organisatorisch. Noch nie haben so viele Spieler mitangepackt. Man kann jetzt von der Goldenen Generation II bei Rakete sprechen.

Niemand kann genau wissen, wie es in Zukunft für Rakete weiter gehen wird. Aber im Moment sieht es ganz danach aus, als würde die Rakete noch viele Jahre hoch fliegen.

Zum Abschluss noch eine Feststellung, die uns wieder an den Anfang der Geschichte von Rakete Freiburg führt: Das sich alles derart positiv entwickelt hat für Rakete liegt in erster Linie daran, dass sich die richtigen Menschen getroffen haben.

Arif